„Macht doch nichts“

Fil’s Didi & Stulle Reprodukt

„Zum Geleit

DIDI & Stulle wäre niemals der Bombenerfolg geworden, der es, glaub ich, war, ohne die ZITTY. Und die ZITTY hätte sie niemals abgedruckt ohne Wolfgang Rügner und Wolfgang Köglmeier, die das damals in den Achtzigern gegen viele Stimmen der Vernunft in der Restredaktion durchgesetzt haben, und ohne Kevin Cote, der in den Neunzigern das Revival losgetreten hat – wieder gegen Strömungen des besseren Wissens und Gewissens. Diesen Männern verdankt ihr alles. Warum ist da keine Frau dabei, das ist scheiße. Stimmt total. Aber es war so. Es wird sogar noch schlimmer: Fil selbst ist ein Mann, fast ein doppelter Mann, ich mein, kuck ihn dir an, Alta. Ein Mann hat also den ganzen Dirt gezeichnet, drei andere haben dafür gesorgt, dass er tatsächlich gedruckt wird und als Fil Hilfe brauchte, wen holte er sich da? Einen weiteren Mann: Thomas Gilke, den Coloraborateur des Teufels.

DIDI & STULLE ist das Werk von fünf Männern. Man kann sie sich wie Figuren aus einem Tarantino-Film vorstellen. In Slow Motion wanken sie eine Gasse entlang, und wer sich ihnen in den Weg stellt, kriegt Ärger. Hat nicht ir-gend-eine Frau noch was dazu beigetragen? Kann doch gar nicht sein, hello, we have 2016, peoples.

Also… die Frauen aus der Kleinanzeigenabteilung bei der ZITTY waren immer nett zu Fil, und als seine Elterninitiativkita neue Erzieher suchte, musste er (wieso schreib ich hier von mir in der dritten Person, dreh ich jetzt endgültig durch?) nix für die Anzeige bezahlen. Nur Sex. Haha, nee, nicht mal das.

Ach ja, und die ganze Grundidee von DIDDI & STULLE ist von einer Frau geklaut, nämlich von der bezaubernden Renate Alf, die in den Achtzigern einen Comicstrip mit zwei Schweinen hatte. Eins war groß und das andere klein. Und das große hat dem kleinen immer die Welt erklärt. Oh Mann, echt dreist geklaut, sorry.

Danke Renate. Danke, Kögl, Rügner, Kevin und Mister G.

Und danke auch an Michi, der wie ein Tier an diesem Schuber gearbeitet hat und ihn (also mich) immer wieder mit Engelszungen gezwungen hat, statt Schrott anständige Arbeit abzugeben.

Danke natürlich auch an Klara, die eine Frau ist. Na ja, Mädchen eher. Ich weiß nicht, was sie gemacht hat, im Hintergrund agiert, Seilschaften geknüpft. Sie sieht aus wie eine Figur aus GHOST WORLD. Aber so sehn bei Reprodukt alle aus.

Danke an Reprodukt. Danke, Berlin.

Danke Dir, Käufer des Schubers, Besitzer dieses Dings. Du bist wahrscheinlich auch ein Mann, wa? Macht doch nichts.

Fil“

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