Alexander Greiner: Als ich dem Tod in die Eier trat (Kremayr & Scheriau 2019)

Als ich dem Tod in die Eier trat

Von Alexander Greiner

Alexander Greiner, gerade dabei, sich selbstständig zu machen, ist kerngesund. Glaubt er. Bis ihn aus heiterem Himmel die Diagnose Hodenkrebs erwischt. Von diesem Moment an ist nichts mehr wie es war. Doch er geht die Krankheit an, wie er alles anpackt: systematisch, zupackend, Sterben ist keine Option. Zwei Jahre später stellt eine erneute Krebsdiagnose sein Leben auf dem Kopf: ein Knochentumor, der sich als Metastase entpuppt. 

»Wo der Wiener damals noch den Mantel des Schweigens um alles die Krankheit Betreffende packte, sprach er dieses Mal offen über den Krebs, akzeptierte die Krankheit als Teil seiner Biografie.«

Kristina Kreisel, FOCUS Online

Sich vor der Diagnose zu verstecken, sie zu verheimlichen und sich nicht mit der Bedeutung einer Krebserkrankung zu beschäftigen, hat für ihn keinen Sinn mehr. Das ist alles andere als ein bewusster Umgang mit dem eigenen Leben. Dem vielbeschworenen »Schweigen der Männer«, mit dem das vermeintlich »starke Geschlecht« üblicherweise auf schwerwiegende Krankheiten und Lebenskrisen reagiert, widersetzt er sich.

Doch es ist nicht allein die Genesung, die eine große Herausforderung darstellt. Nach und nach stellt er sein gesamtes Leben auf den Prüfstand. Beruf, Privatleben, Familie, Freundeskreis: Was zählt wirklich? Wer will ich sein? Was brauche ich für ein gelungenes Leben? Er begibt sich auf die Suche nach seinem leiblichen Vater und beginnt zu schreiben.

»Alexander Greiner hat einen sehr offenen Ton für sein Buch gewählt, das aufgrund seiner Thematik nicht intimer sein könnte. Es ist eine Biographie, die nicht nur informiert, sondern auch Mut macht.«

Katharina Peham, katkaesk.com 

In dem im Wiener Verlag Kremayr & Scheriau erschienenen Buch berichtet er, wie unterschiedlich Familie und Freunde reagieren und probiert alles aus, was im Verdacht steht, ihm zu helfen – sei es Energetik, Meditation oder TCM. Er nimmt die Leser mit auf die Odyssee durch Arztpraxen und Krankenhäuser, und schildert die emotionale Achterbahn zwischen Hoffen, Warten und Gewissheit.

Mit unerschütterlichem Optimismus und einnehmender Offenheit erzählt er von Angst und Zuversicht, von Verdrängung und Akzeptanz, vom Loslassen alter Gewohnheiten und einem hoffnungsvollen Neubeginn. Er zeigt, was es heißt, eine lebensbedrohliche Krankheit anzunehmen und sich komplett neu auszurichten.

»Sowohl für Betroffene, als auch für Angehörige und Interessierte ist dieses Buch absolut lesenswert. Man lernt nicht „nur“ etwas über Krebs, man lernt etwas über das Leben.«

Katja Kalmar, Rezensentin

Mehr Infos zum Buch unter Facebook und alexandergreiner.com.

Hodenkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Männern im Alter zwischen 20 und 40 Jahren. Die wichtigsten Risikofaktoren für eine Neuerkrankung durch Hodenkrebs sind genetische Disposition, Unfruchtbarkeit, Umwelteinflüsse und Hodenhochstand. Wie bei vielen anderen Krebserkrankungen hängt die Prognose von der Früherkennung ab. Die monatliche Selbstuntersuchung ist also unbedingt notwendig. Bei Veränderungen wie Schwellungen sollte sofort ein_e Urolog_in aufgesucht werden.

Alexander Greiner, geboren 1980, wuchs im niederösterreichischen Mostviertel auf. Bevor er zu schreiben begonnen hat, war er Unternehmensberater und gönnte sich eine berufliche „Auszeit“ als Barista. Er bezeichnet sich selbst als Schüler der Glückseligkeit, lacht oft, liebt Bewegung und die Natur, trägt bunte Socken und schreibt täglich. Veröffentlichungen von Kurzgeschichten in Anthologien. Arbeitsstipendium für Literatur 2019 des Österreichischen Bundeskanzleramts. Alexander Greiner lebt in Wien und engagiert sich zur Enttabuisierung von männerspezifischen Krebserkrankungen bei der Initiative Loose Tie der Österreichischen Krebshilfe sowie beim The Distinguished Gentleman’s Ride.

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